Kultur

Kunst ist Teil unserer DNA

Seit diesem Jahr ist Bulgari offizieller Hauptpartner der Biennale di Venezia. Matteo Morbidi, Direktor der Fondazione Bulgari, erzählt, warum sich das Traditionshaus bei der weltweit wichtigsten Ausstellung für Gegenwartskunst engagiert

Text: Anne Petersen
19. Juni 2026
Kunst ist Teil unserer DNA
Die Fondazione Bvlgari präsentiert Lara Favarettos Installation Momentary Monument – The Library in der Biblioteca Nazionale Marciana am Markusplatz in Venedig © T-Space

Herr Morbidi, nach mehr als drei Jahrzehnten löst Bulgari die Swatch Group als Exclusive Partner der Kunstbiennale in Venedig ab. Wie kam diese Partnerschaft zustande?

Die ersten Gespräche begannen vor etwa einem Jahr. Schon damals war klar, dass die Swatch Group ihre Partnerschaft mit der Biennale beenden würde. Der Vertrag wurde innerhalb von nur vier Wochen unterzeichnet. Für ein Projekt dieser Größenordnung ist das außergewöhnlich.

Bulgari ist vor allem als Juwelier bekannt. Warum engagiert sich das Haus so stark für zeitgenössische Kunst?

Kunst, Architektur und Design gehören seit Jahrzehnten zur Identität von Bulgari. Schon in den 1940er-, 50er- und 60er-Jahren ließen sich unsere Designer von der italienischen Kunst- und Baugeschichte inspirieren. Mit der Gründung der Fondazione Bulgari vor zwei Jahren wollten wir dieses kulturelle Engagement auf eine neue Ebene heben. Die Biennale di Venezia ist dafür der ideale Partner.

Welche Aufgabe übernimmt die Fondazione Bulgari sonst noch?

Unser Schwerpunkt liegt auf philanthropischen Projekten. Dazu gehören Restaurierungen, Bildungsprogramme, Menschenrechtsinitiativen – und die Bewahrung handwerklicher Traditionen. Letzteres ist nicht nur für Bulgari fundamental wichtig, sondern für alle Maisons der LVMH-Gruppe, für das gesamte kulturelle Erbe.

Zur Biennale ist Bulgari mit gleich zwei Projekten vertreten.

Das erste ist unser offizieller Beitrag als Partner der Biennale. Im Spazio Esedra in den Giardini haben wir den Bulgari-Pavillon eingerichtet. Dort zeigt die kanadische Künstlerin Lotus L. Kang eine ortsspezifische Installation aus Skulptur und Fotografie. Wir verfolgen ihre Arbeit, seit wir sie vor zwei Jahren auf der Whitney Biennale in New York entdeckt haben, wo wir ebenfalls Sponsor sind. Zugleich präsentiert die Fondazione Bulgari mit der Ausstellung in der Biblioteca Marciana erstmals ein eigenes kuratorisches Projekt – als offizielles Collateral Event der Biennale – mit Werken von Lara Favaretto und Monia Ben Hamouda.

Wie haben Sie die beide Künstlerinnen ausgewählt?

Beide hatten schon vorher Verbindungen zu unserer Marke. Monia Ben Hamouda ist die Gewinnerin unseres Maxxi Bulgari Prize, den wir gemeinsam mit dem Museo Nazionale Delle Arti Del XXI Secolo in Rom vergeben. Und mit Lara Favaretto haben wir im vergangenen Jahr für unsere Heritage-Ausstellung in Tokio zusammengearbeitet.

Weshalb zeigen Sie die Ausstellung ausgerechnet in der Biblioteca Marciana?

Weil sie zu den ältesten und bedeutendsten Bibliotheken Italiens zählt. Ihre Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert. Nach der Besetzung Venedigs ließ Napoleon das Bibliotheksgebäude in den Königspalast integrieren; die Bestände wurden deshalb vorübergehend an einen anderen Ort verlegt. Als die Künstlerin Lara Favaretto diesen Ort sah, entschied sie spontan, das letzte Kapitel ihres Langzeitprojekts Momentary Monument genau hier zu realisieren. Ihre Installation beschäftigt sich mit der Zirkulation von Wissen. Für Favaretto wurde die ehemalige Bibliothek damit selbst zum Teil des Werks – als Ort, an den Wissen symbolisch zurückkehrt.

Die Biennale in Venedig läuft noch bis zum 22. November. Und damit Sie in der Lagunenstadt nicht nur hochkarätige Kunst sehen, sondern auch bestens schlafen und essen, liegt in unserer aktuellen SALON-Ausgabe ein Venedig-Booklet mit jeder Menge Adressen und Insidertipps bei