Editorial

All die notwendigen, aber auch die überflüssigen Dinge, die man im Allgemeinen zum Inventar eines Haushalts zählt, kannte Giorgio Bagnara schon im Alter von 15 Jahren. Im Geschäft seiner Eltern folgte er, Stift und Block in der Hand, jungen Paaren, die an Tischen mit Porzellan vorbeischlenderten, Vitrinen mit Gläsern studierten, Besteck in den Händen wogen und ihre Zukunft ausstaffierten. Die Hochzeitslisten der Boutique waren weit über die Grenzen der Region bekannt. Und Giorgio kam auf die Idee, dass man all das, was nützlich ist, vielleicht noch schöner machen könnte, wenn man es aus Leder herstellt.

Heute fertigt das Unternehmen Giobagnara rund 4000 Objekte und hat mehr als 160 Beschäftigte, und das, obwohl es in Genua überhaupt keine Tradition in der Lederverarbeitung gibt. Voraussetzung für die Einstellung in der Manufaktur ist allein Interesse und Motivation, alles andere kann im Betrieb gelernt werden, so Giorgio.

Warum gefällt mir diese Geschichte? Weil eine gute Idee eben nicht reicht, man muss sie konsequent verfolgen. Wer sich eine Zukunft in den schönsten Farben ausmalt, muss dann auch einen Pinsel in die Hand nehmen – und darf sich von Zweiflern nicht entmutigen lassen. Hätten zum Beispiel Benjamin Elias Johansen und Elias Ingstrup auf all die Leute gehört, die ihnen vom Kauf eines riesigen Areals samt altem Palettenlager auf Fünen abrieten, zählten sie heute nicht zu den international erfolgreichsten Antiquitätenhändlern Dänemarks (S. 176).

Neugierig schauen wir aus Hamburg nach München: Dort prägt eine neue Generation Kreativer die Stadt. Wir haben sie zu einem Gruppenfoto versammelt und gefragt, an welchen Orten sich München gerade neu erfindet (S. 60).
Herzlich bedanken möchten wir uns für all die aufwendig gestalteten Einsendungen, mit denen Sie sich für das SALON-Möbelkrankenhaus beworben haben. Wunderbare Familiengeschichten haben uns erreicht, auch aus der Schweiz und Österreich, vor allem aus Wien. Gleichzeitig möchten wir uns entschuldigen: Wir hätten wirklich gern jedes einzelne Stück wieder auf Vordermann gebracht. Denn erst Erinnerungen machen Möbel wertvoll. Zumindest drei Kandidaten haben wir neu eingekleidet, natürlich in den schönsten Farben.

Viel Freude mit dieser Ausgabe von SALON!
Anne Petersen

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